Familienmedaillen

Wie kaum ein anderes Medium halten Familienmedaillen, aus unvergänglichem Metall geformt, Persönlichkeiten, deren Ziele und Absichten, Berufsbilder, Verwandtschaften fest. Mittels der so Dargestellten konserviert sich ein Mikrokosmos privater Verhältnisse und Umstände, der den forschenden späteren Generationen wichtige und ergänzende Informationen zum Innenleben vergangener Epochen vermittelt. Diese metallenen Zeitdokumente sichern den Geehrten, einmal weithin verstreut und damit unzerstörbar, eine annähernde Unsterblichkeit nach menschlichem Ermessen, Zeitkapseln. Die republikanisch-römische Serie der jährlich sich wechselnden Motive der Münzmeisterdenare eröffnete die Neigung sich derart auch als Privater darzustellen. Für den Medailleur gehört es zu den schönsten Aufgaben, solche Themen zu bearbeiten; es herrscht eine besondere gestalterische Freiheit und die Genugtuung jemanden dem simplen Vergehen entreissen zu können ist faszinierend. So ist es den noch Lebenden, ihren Familien, greifbar dem Vergessenwerden entrissen zu werden. Unspektakuläre Lebensbahnen enden meist nach 150 Jahren mangels gebliebener Informationen darüber. Wenige erhalten sich in Registern und Archiven, doch das auf einer Medaille fixierte Individuum entgeht diesem beklemmenden Schicksal.